PDF-Barrierefreiheit — PDFs für alle zugänglich machen

Atualizado em Fev 20245 min de leitura

Ihre Organisation hat gerade den Jahresbericht als PDF veröffentlicht. Er sieht professionell aus — sauberes Layout, Diagramme, Markenfarben. Dann versucht jemand mit einem Screenreader, ihn zu öffnen. Die Lesereihenfolge springt willkürlich, Bilder haben keine Beschreibungen und Überschriften sind nicht getaggt. Für diese Person ist das Dokument praktisch unbrauchbar. Bei PDF-Barrierefreiheit geht es darum, genau das zu verhindern.

Barrierefreiheit ist keine Option mehr. Behörden, Bildungseinrichtungen und viele Unternehmen sind gesetzlich verpflichtet, zugängliche Dokumente zu erstellen. Abgesehen von der Compliance ist es schlicht das Richtige. Etwa jeder fünfte Mensch lebt mit einer Behinderung, und viele nutzen assistive Technologien für digitale Inhalte. Ein PDF, das die Barrierefreiheit ignoriert, schließt einen erheblichen Teil Ihres Publikums aus.

Warum PDF-Barrierefreiheit wichtig ist

Barrierefreie PDFs helfen mehr Menschen, als Sie vielleicht denken. Screenreader-Nutzer sind die offensichtlichste Gruppe — sie sind auf korrekt strukturierte Dokumente angewiesen. Aber Barrierefreiheit hilft auch Menschen mit Sehbehinderungen, die Vergrößerungssoftware nutzen, Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen, die von klarer Dokumentstruktur profitieren, und sogar Mobilnutzern, bei denen ein gut strukturiertes PDF besser umfließt.

Dazu kommt die rechtliche Dimension. In den USA verlangen der ADA und Section 508 barrierefreie digitale Dokumente. Der European Accessibility Act setzt ähnliche Standards in der EU. Klagen über nicht barrierefreie PDFs haben deutlich zugenommen, und Gerichte haben konsequent entschieden, dass digitale Dokumente unter die Barrierefreiheitsanforderungen fallen.

Aus praktischer Sicht sind barrierefreie PDFs einfach bessere Dokumente. Saubere Tags verbessern die Suchmaschinenindexierung. Eine klare Lesereihenfolge macht Inhalte für alle leichter verständlich. Alternativtexte helfen, wenn Bilder nicht geladen werden. Gute Barrierefreiheitspraxis überschneidet sich mit gutem Dokumentendesign.

Schlüsselelemente eines barrierefreien PDFs

Ein barrierefreies PDF umfasst mehrere strukturelle Komponenten. Hier sind die wesentlichen:

  • Dokument-Tags und Struktur — Tags definieren die logische Struktur eines PDFs: Überschriften, Absätze, Listen, Tabellen und Abbildungen. Ohne Tags sieht ein Screenreader nur einen flachen Textstrom ohne Hierarchie. Korrekte Tags teilen assistiven Technologien mit, was jedes Element ist.

  • Alternativtext für Bilder — Jedes informative Bild braucht einen Alternativtext, der seinen Inhalt oder Zweck beschreibt. Dekorative Bilder sollten als Artefakte markiert werden, damit Screenreader sie überspringen. Diagramme und Grafiken brauchen Beschreibungen, die die Daten vermitteln.

  • Lesereihenfolge — Die Reihenfolge, in der ein Screenreader den Inhalt antrifft, muss logisch sein. Bei mehrspaltigem Layout sollte die Lesereihenfolge dem beabsichtigten Fluss folgen — nicht zufällig zwischen Spalten springen.

  • Sprachdeklaration — Die Hauptsprache des Dokuments muss in den Metadaten angegeben werden. Das teilt Screenreadern mit, welche Ausspracheregeln und Stimme zu verwenden sind. Abschnitte in einer anderen Sprache sollten separat getaggt werden.

  • Lesezeichen und Navigation — Längere Dokumente sollten Lesezeichen enthalten, die der Überschriftenstruktur entsprechen. Das gibt allen Nutzern eine Möglichkeit, schnell zwischen Abschnitten zu springen.

  • Tabellenstruktur — Datentabellen brauchen korrekt markierte Kopfzellen, die mit ihren Datenzellen verknüpft sind. Ohne das liest ein Screenreader Tabelleninhalte als bedeutungslose Wertefolge.

So verbessern Sie die PDF-Barrierefreiheit

Am besten baut man Barrierefreiheit ein, bevor das PDF existiert — im Quelldokument. Aber viele PDFs existieren bereits und müssen nachgebessert werden. Hier ist ein praktischer Ansatz für beide Szenarien.

Beginnen Sie bei gescannten Dokumenten mit OCR. Wenn Ihr PDF ein Scan oder bildbasiert ist, hat es null Barrierefreiheit. Screenreader können keine Bildpixel lesen. Der erste Schritt ist die OCR-Verarbeitung des PDFs, um eine durchsuchbare Textebene hinzuzufügen. Unser OCR-Tool verarbeitet gescannte Seiten und bettet echten Text ein, den assistive Technologien lesen können.

Verwenden Sie korrekte Überschriften im Quelldokument. Ob Sie in Word, PowerPoint oder Google Docs arbeiten — nutzen Sie die integrierten Formatvorlagen (Überschrift 1, Überschrift 2 usw.) statt Text einfach fett und groß zu formatieren. Beim PDF-Export werden diese Überschriften als getaggte Struktur übernommen. Wenn Sie ein PDF zurück in Word konvertieren müssen, ist das ein guter erster Schritt.

Fügen Sie jedem wichtigen Bild Alternativtext hinzu. Klicken Sie in Ihrer Anwendung mit der rechten Maustaste auf Bilder und fügen Sie Alternativtext hinzu. Seien Sie konkret — „Balkendiagramm zeigt Umsatzsteigerung von 12 % in Q3 gegenüber Q2" ist nützlich. „Diagramm" ist es nicht.

Legen Sie die Dokumentsprache fest. In Word finden Sie dies unter den Dokumenteigenschaften. Ein fehlendes Sprach-Tag bedeutet, dass Screenreader raten müssen, was oft zu verfälschter Aussprache führt.

Prüfen und korrigieren Sie die Lesereihenfolge. Öffnen Sie das exportierte PDF in einem Tool, das den Tag-Baum oder die Lesereihenfolge anzeigt. Überprüfen Sie, ob der Inhalt logisch fließt. Mehrspaltige Layouts, Textfelder und schwebende Elemente sind häufige Problemstellen.

Fügen Sie bei langen Dokumenten Lesezeichen hinzu. Jedes Dokument über ein paar Seiten profitiert von Lesezeichen. Sie können auch Seitenzahlen hinzufügen, um die Navigation zu erleichtern.

Häufige Barrierefreiheitsprobleme und Lösungen

Hier sind die Probleme, die bei der Prüfung der PDF-Barrierefreiheit am häufigsten auftreten:

Keine Tags vorhanden. Das häufigste Problem. Ein PDF ohne Tags ist für Screenreader nahezu unmöglich korrekt zu interpretieren. Lösung: PDF aus einem korrekt strukturierten Quelldokument neu erstellen oder Tags manuell mit einem Remediation-Tool hinzufügen.

Bilder ohne Alternativtext. Jedes informative Bild, Diagramm und Logo mit Text braucht beschreibenden Alternativtext. Lösung: Alternativtext im Quelldokument vor dem Export hinzufügen oder das PDF direkt bearbeiten.

Falsche Lesereihenfolge. Das visuelle Layout sieht gut aus, aber die zugrundeliegende Lesereihenfolge ist durcheinander. Lösung: Tag-Baum im PDF neu ordnen oder Layout im Quelldokument anpassen.

Fehlender Dokumenttitel. Die Dokumenteigenschaften sollten einen aussagekräftigen Titel enthalten. Lösung: Titel in den Dokumenteigenschaften festlegen.

Nicht getaggte Formularfelder. Interaktive Formulare brauchen Labels, die mit jedem Feld verknüpft sind. Lösung: Korrekte Formularfeldbezeichnungen und Tooltips hinzufügen.

Nur-Farb-Informationen. Wenn Farbe allein Bedeutung vermittelt — wie roter Text für Fehler — verpassen farbenblinde Nutzer die Nachricht. Lösung: Textlabels, Muster oder Symbole zusätzlich zur Farbcodierung verwenden.

Hilfreiche Tools

Verschiedene Ansätze und Tools können die PDF-Barrierefreiheit verbessern:

OCR für gescannte Dokumente. Der absolut erste Schritt bei jedem gescannten PDF ist die optische Zeichenerkennung. Ohne Textebene funktioniert nichts anderes. Verwenden Sie unser OCR-PDF-Tool, um bildbasierte Seiten in durchsuchbaren, lesbaren Text umzuwandeln.

Korrekte Konvertierung aus Quellformaten. Ein gut strukturiertes Word-Dokument als Ausgangspunkt gibt Ihnen einen enormen Vorsprung. Nutzen Sie Formatvorlagen, Alternativtexte und Tabellenüberschriften in der Quelle. Wenn Sie ein PDF umstrukturieren müssen, ist die Konvertierung nach Word oft der einfachere Weg.

PDF-Bearbeitungstools. Für schnelle Korrekturen — fehlenden Text hinzufügen, Inhalte korrigieren oder ein PDF direkt bearbeiten — kann ein Online-Editor einfache Änderungen ohne Desktop-Software durchführen.

Barrierefreiheitsprüfer. Adobe Acrobat Pro enthält eine integrierte Barrierefreiheitsprüfung. Kostenlose Alternativen wie PAC (PDF Accessibility Checker) können strukturelle Probleme identifizieren.

PDF-Barrierefreiheit testen

Ein barrierefreies PDF ist erst fertig, wenn es getestet wurde. Hier ein praktischer Testansatz:

  1. Automatisierte Prüfung durchführen — Nutzen Sie den Barrierefreiheitsprüfer in Acrobat oder PAC 2024, um strukturelle Probleme zu finden. Automatisierte Tools erkennen fehlende Tags, Alternativtext-Lücken und Spracheinstellungen schnell.

  2. Mit einem Screenreader testen — Automatisierte Prüfungen erfassen nicht alles. Öffnen Sie das PDF mit NVDA (kostenlos unter Windows), VoiceOver (in macOS/iOS integriert) oder JAWS. Hören Sie, wie das Dokument vorgelesen wird. Ist die Reihenfolge logisch? Werden Bilder beschrieben?

  3. Tastaturnavigation prüfen — Tabben Sie durch das Dokument. Können Sie jeden Link und jedes Formularfeld erreichen? Ist die Fokusreihenfolge logisch?

  4. Farbkontrast überprüfen — Text muss ausreichend Kontrast zum Hintergrund haben. WCAG 2.1 verlangt ein Mindestverhältnis von 4,5:1 für normalen Text und 3:1 für großen Text.

  5. Auf Mobilgeräten testen — Öffnen Sie das PDF auf einem Smartphone oder Tablet. Fließt der Inhalt vernünftig um? Ein gut getaggtes PDF verhält sich auf mobilen Bildschirmen generell besser.

FAQ

Was macht ein PDF barrierefrei?

Ein barrierefreies PDF hat korrekte Dokument-Tags (Überschriften, Absätze, Listen), Alternativtext für Bilder, eine logische Lesereihenfolge, deklarierte Sprache und Lesezeichen zur Navigation. Diese Elemente ermöglichen es Screenreadern und anderen assistiven Technologien, den Inhalt korrekt zu interpretieren.

Sind gescannte PDFs barrierefrei?

Nicht standardmäßig. Ein gescanntes PDF ist im Grunde eine Sammlung von Bildern — Screenreader können keine Bildpixel lesen. Sie müssen zuerst OCR ausführen, um eine Textebene hinzuzufügen, und dann korrekte Tags und Struktur ergänzen.

Welche Barrierefreiheitsstandards gelten für PDFs?

Die wichtigsten Standards sind WCAG 2.1 (Richtlinien für barrierefreie Webinhalte), PDF/UA (Universal Accessibility — ISO 14289), Section 508 (US-Bundesanforderung) und der European Accessibility Act. PDF/UA ist der spezifischste Standard für PDF-Dokumente.

Wie prüfe ich, ob mein PDF barrierefrei ist?

Verwenden Sie ein automatisiertes Tool wie die integrierte Barrierefreiheitsprüfung von Adobe Acrobat oder den kostenlosen PAC (PDF Accessibility Checker). Testen Sie dann manuell mit einem Screenreader wie NVDA oder VoiceOver. Automatisierte Tools erkennen strukturelle Probleme; manuelles Testen deckt Lesereihenfolge- und Kontextprobleme auf.

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